@ugenblicke 14 – Selbstcoaching: Tapping

Im Sommer 2012 stolperte ich in einem Buch über die Beschreibung dieser Methode, mit der es möglich sei, sich ganz allein & ohne viel Aufwand in einen besseren Zustand zu versetzen. Das machte mich – natürlich! – neugierig, zumal es mir zu der Zeit immer wieder ziemlich schlecht ging, da ich den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten hatte…

Also her mit der – schon erfreulich kurzen – Beschreibung, ausprobiert –  und tatsächlich: das funktionierte auf Anhieb ganz wunderbar! Das bedeutete konkret, dass ich vorher in einem Meer von Trauer zu versinken drohte, was mich umso fertiger machte, als ich mir diese Emotionen kaum zugestehen mochte…

Nachher war ich immer noch traurig – aber die ursprünglich nicht-enden-wollenden Tränen versiegten, und die Traurigkeit nahm spürbar ab.

Jetzt spätestens fragen Sie sich wahrscheinlich: wie bitte funktioniert denn das?

Ganz einfach:

  1. Sie denken an eine Situation, die Sie sehr belastet – und wenn Sie gern „messen“, schätzen Sie die Intensität der gefühlten Belastung ein auf einer Skala von 0 = überhaupt nicht belastend bis 10 = nicht zu toppende Belastung.
  2. Dann berühren Sie Ihren Körper abwechselnd auf seiner rechten & linken Seite, zum Beispiel auf den Oberschenkeln, oder mit vor der Brust verschränkten Armen unterhalb der Achseln, oder mit überkreuzten Armen an den Schultern – jeweils mit der rechten Hand die linke Seite & umgekehrt, mit der linken Hand die rechte – immer im Wechsel & nicht zu langsam.
  3. Das machen Sie mindestens drei Minuten lang. Dabei halten Sie den Gedanken an die Situation, die Sie so belastet, weder fest noch schieben Sie ihn weg – Sie beobachten einfach, was sich verändert: in Ihrer Wahrnehmung, Ihren Gedanken & Emotionen, vielleicht auch im Körperempfinden…
  4. Sollte die gefühlte Belastung unter den abwechselnden Berührungen stärker werden, wundern Sie sich bitte nicht, sondern machen einfach so lange weiter, bis Sie sich besser fühlen – nicht vor Schreck einfach aufhören!
  5. Dann spüren & horchen Sie in sich hinein & schätzen ein, wie stark Sie die Belastung jetzt noch empfinden, wenn Sie an immer dieselbe Ausgangs-Situation denken.
  6. Und wie stark oder schwach auch immer Sie die Veränderung empfinden: bedenken Sie bitte, dass Sie gerade mal 3 Minuten investiert haben!

Das heißt: wenn Sie, wie ich es seither häufig in meinen Coachings erlebt habe, mit einer gefühlten Belastung von 10 eingestiegen sind & nach 3 Minuten auch nur bei 8 landen, haben Sie in der kurzen Zeit 20% aufgelöst – oder auch mehr (ein Coachee hat sich in drei Minuten von gefühlten 100 (10 reichte ihm nicht) auf 40 runter getappt!)

Warum diese einfache Technik so einen starken Effekt hat?

Sie macht sich denselben Mechanismus zunutze wie unsere Tiefschlaf-Phasen: im so genannten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) werden unsere Hirnhälften abwechselnd stimuliert – von außen sichtbar an den schnellen Augenbewegungen unter geschlossenen Lidern. Diese bilaterale Hemisphärenstimulation unterstützt die Verarbeitung belastender Erlebnisse aller Art – und wenn mehr Belastungen auftreten als zum Beispiel schlafend verarbeitet werden können, bleiben „Stress-Spuren“ übrig, die uns den Alltag ganz schön erschweren können: Wir merken es zum Beispiel daran, wenn wir unsere eigene Reaktion auf ein Ereignis oder Verhalten selbst als unangemessen oder übertrieben empfinden. Das ist ein recht sicheres Zeichen dafür, dass uns psychische „Altlasten“ begleiten – die wir durchs Tappen verringern können.

Wem das nicht reicht: ursprünglich stammt das Tappen aus dem wingwave©, einer Kurzzeit-Coaching-Technik, bei der Verfahren aus drei Bereichen kombiniert werden:

  • Kinesiologie
  • EMDR (Eye Movement Desensitization & Reprocessing)
  • NLP

So können alte Stressreste überraschend schnell & nachhaltig aufgelöst werden.

Falls Sie neugierig geworden sind, können Sie unter www.wingwave.com weiter lesen oder auch gern mit mir Kontakt aufnehmen (natürlich bin ich mittlerweile auch längst zertifizierter wingwave©-Coach ;-D)…

Viel Spaß & Erfolg bei Ihrer Entdeckungsreise!

Mit ganz herzlichen Grüßen

Ihre Jutta Nather

@ugenblicke 09 – Wie geht’s mir heute auf einer Skala von 1 bis 10?

Hören Sie einfach mal auf Ihren Körper, Ihre Gedanken und Ihre Emotionen:

Wie fühlen Sie sich in diesem Moment –
auf einer Skala von 1 („besch…“) bis 10 („supertoll“)?

Bei einem Wert unter 5 können Sie sich folgende Fragen stellen und beantworten, damit Sie anfangen können, für sich selbst zu sorgen und eine Verschlechterung Ihres Zustandes zu verhindern. Die Liste ist natürlich nach Ihren eigenen Vorstellungen erweiterbar und soll Ihnen als Anregung dienen.

 

FrageJaTo Do’s – was kann mir helfen?
Schlafe ich schlecht ein?Entspannungstechniken, beten, laufen, CDs hören…
Schlafe ich schlecht durch, liege nachts wach?Entspannung; Ideen/ Gedanken im Dunkeln notieren; Aufgaben und Zeitaufwand planen…
Komme ich schlecht aus dem Bett?Mehr Schlaf? Unterstützung durch frühere Verabredungen/morgendliche Aufgaben?
Leide ich unter Selbstzweifeln?Teilerfolge würdigen/ EFT…
Kann ich mich zu nichts aufraffen?Verabreden, Ausruhen
Kann ich mich zu nichts entscheiden?Muss ich? EFT…
Habe ich keine Lust auf Tätigkeiten, die ich sonst mag?Ruhe, Ausspannen, Alleinsein; mit Vertrauenspersonen Lage analysieren und nach „Ansatz-Hebeln“ suchen…
Bin ich ungewöhnlich appetitlos?sonst verbotene Leckerlis gönnen…
Fühle ich mich erschöpft, ausgepumpt, matt?Ausruhen, schlafen, lesen
Bin ich hoffnungslos?Was fehlt mir? Wofür kann ich dankbar sein? Welchen Silberstreif am Horizont kann ich mir schaffen? EFT; professionelle Hilfe…
Habe ich den Wunsch, tot zu sein?Schleunigst Behandlung suchen: Psychotherapie, Homöopathie…
Stelle ich ohne besonderen Grund meine Beziehung in Frage?Was ist alles gut an und mit meinem Partner/meiner Partnerin? EFT…
Zweifele ich ohne Grund an meinen Freundschaften?Gegen-„beweise“, Verabredungen
Will ich nur im Bett bleiben?Warum nicht? Womöglich hilft Ruhe und Rückzug bei Erholung…
Würde ich am liebsten nie wieder zur Arbeit gehen?Misserfolge/Ängste relativieren; Auszeit planen/machen; EFT…
Muss ich mich sogar zum Hobby aufraffen?Neue Interessen entwickeln/ mit anderen ausprobieren; Pause beim alten Hobby? Behandlung irgendeiner Art suchen…
Habe ich Rückenschmerzen?Zilgrei, Feldenkrais, Laufen…

Haben Sie in der vorgegebenen Liste mehr als dreimal mit „Ja“ geantwortet, oder halten Symptome wie Schlaf- oder Appetitlosigkeit länger als einige Tage an, sollten Sie entweder Selbsthilfestrategien anwenden – oder sich professionelle Unterstützung suchen: Kombinationen aus mehreren Symptomen wie Antriebsarmut oder ein Gefühl der Gefühllosigkeit können (können!) auf eine beginnende Depression oder Ausgebranntsein hinweisen.

Je früher Sie aktiv werden und sich professionelle Unterstützung holen bei der Behandlungsperson Ihres Vertrauens, desto früher wird es Ihnen wahrscheinlich wieder besser gehen. Zumindest können Sie auch gemeinsam überlegen, welche unterstützenden Selbstbehandlungen Sie anwenden und zur Verhinderung von Rückfällen auch fortsetzen können.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei der Selbstpflege und Selbstbehandlung – alles Gute!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Jutta Nather